Familiengeschichten und Nationalsozialismus


Prof. Dr. Benigna Schönhagen

Das Schweigen über die NS-Zeit ist längst aufgebrochen. Viele setzen sich für die Erinnerung an die Opfer des nationalsozialistischen Unrechtssystems ein. Doch die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte in dieser Zeit fällt noch immer schwer. Im familiären Raum setzt sich das Schweigen fort. Dadurch wirkt das Unausgesprochene weiter, Traumata werden weitergegeben, Erziehungshaltungen unbewusst tradiert. Transgenerational sind wir kollektiv mit dem Erbe der NS-Ideologie konfrontiert. Welche Erbschaften haben uns Nachkommen geprägt? Welche Erfahrungen wollen wir weitergeben?
Der Workshop bietet einen geschützten Raum zum Austausch über die Familiengeschichten, ermöglicht Annäherung an blinde Flecken im Familiengedächtnis, begleitet bei der Auseinandersetzung mit Schlüsselfiguren im Familiensystem und zeigt Möglichkeiten zur Recherche auf.
Über einen Workshop aus dem vergangenen Jahr resümiert eine Teilnehemrin: "Wie wohltuend es war, den Raum, die Zeit, die aufmerksame Begleitung zu haben. Die Struktur des Familiensoziogramms, das die Beziehungen, ''''Erbschaften'''' und wiederkehrenden Muster miteinschließt, hat meinen Blick erweitert, mich tief berührt. Ich fühle mich ermutigt, gestärkt, getragen. Das Seminar hat mir Türen geöffnet."
Termin(e)
04.03.2023, 10:00-18:00
Ort
Annahof, Hollbau, Ernst-Troeltsch-Raum, EG,
86150 Augsburg
Wegbeschreibung bei Google Maps
Typ
Präsenzveranstaltung