Seismograph, 2022. Künstlergespräch mit Christofer Kochs


Jean-Pierre Barraud

Den Haupteingang des Protestantischen Friedhofs flankieren zwei große, quadratische Felder. Diese Situation hat den Augsburger Künstler Christofer Kochs (*1969) dazu angeregt, bildsprachlich über das Leben und das Sterben nachzudenken, die beiden Pole des Seins. Der Friedhof ist der Ort, an dem die Lebenden den Verstorbenen gedenken – ein Ort der Reflexion über das Vergangene, das Gegenwärtige, die Zukunft. Alles bedingt sich, alles hängt mit allem zusammen. Eigens für die Ausstellung entwarf Christofer Kochs ein korrespondierendes Bildpaar, bei dem ein geöffnetes Auge für das Leben steht und ein geschlossenes für den Tod. Theologisch betrachtet öffnet sich das geschlossene Auge wieder. Das Augenpaar wird zum Sinnbild der Frage nach Diesseits und Jenseits. Die Augen sind mit der Kettensäge in zwei Holztafeln eingeschnitten und anschließend malerisch bearbeitet. Die tiefen Furchen reagieren wie ein Seismograph auf Licht, Sonne, Wolken. Ihre Schatten verändern sich und setzen die grafische Oberfläche in Bewegung.

Treffpunkt: Eingang Haunstetter Straße
Termin(e)
Ort
Protestantischer Friedhof,
Haunstetter Str. 36,
86161 Augsburg
Wegbeschreibung bei Google Maps
Typ
Präsenzveranstaltung